Skip to main content

Drehmoment beim Akkuschrauber: Wie viel Nm brauchst du wirklich?

Akkuschrauber mit hervorgehobener Drehmomentkupplung

Aktualisiert am , Lesezeit etwa 2 Minuten

Auf jedem Karton steht eine Zahl in Newtonmetern, und oft ist sie das wichtigste Verkaufsargument. Doch was bedeutet das Drehmoment eigentlich, und wie viel davon brauchst du wirklich? Hier bekommst du eine verständliche Erklärung und Richtwerte für typische Aufgaben.

Was das Drehmoment beschreibt

Das Drehmoment gibt an, mit welcher Kraft der Akkuschrauber dreht. Ein Newtonmeter entspricht einer Kraft von einem Newton, die an einem Hebel von einem Meter Länge wirkt. Je höher der Wert, desto leichter dreht das Gerät lange Schrauben ein oder treibt große Bohrer und Lochsägen an.

Harter und weicher Schraubfall

Hersteller nennen meist zwei Werte. Der harte Schraubfall beschreibt eine Schraube, die plötzlich auf Metall oder eine feste Unterlage trifft. Der weiche Schraubfall steht für das Eindrehen in nachgiebiges Material wie Holz, er liegt deutlich niedriger. Beim Bosch GSR 18V-55 sind das zum Beispiel 55 und 28 Nm. Für den Vergleich zwischen Modellen nutzt du am besten immer den harten Wert.

Wie viel Drehmoment für welche Aufgabe?

AufgabeRichtwert
Möbel, kleine Schrauben bis 4 × 40 mmab etwa 30 Nm
Regale, Lampen, Dübel 6 bis 8 mm30 bis 45 Nm
Holzschrauben 5 × 80 mm, Terrassendielen45 bis 65 Nm
Lochsägen, Forstnerbohrer bis etwa 65 mm70 bis 100 Nm
Konstruktionsschrauben ab 8 × 200 mmüber 100 Nm oder Schlagschrauber

Richtwerte für Weichholz. Hartholz, fehlendes Vorbohren und stumpfe Bits erhöhen den Bedarf.

Die Drehmomentkupplung richtig nutzen

Der Ring mit den Zahlen hinter dem Bohrfutter ist die Drehmomentkupplung. Sie rastet aus, sobald die eingestellte Kraft erreicht ist. So drehst du Schrauben gleichmäßig tief ein und überdrehst sie nicht. Beginne mit einer niedrigen Stufe und erhöhe sie, bis die Schraube bündig sitzt. Das Bohrersymbol am Ende der Skala schaltet die Kupplung ab und gibt das volle Drehmoment zum Bohren frei.

Mehr Drehmoment ist nicht immer besser

Ein Gerät mit sehr hohem Drehmoment ist schwerer, teurer und reagiert bei kleinen Schrauben ruppiger. Klemmt ein großer Bohrer, spürst du die Kraft deutlich im Handgelenk. Gute Geräte haben deshalb eine elektronische Rückschlagkontrolle oder einen Seitenhandgriff. Wähle die Klasse, die zu deinen Projekten passt, und plane eine kleine Reserve ein.

Kurz gesagt

Für Heimwerker reichen 40 bis 60 Nm, für Renovierung und Gartenprojekte 60 bis 80 Nm. Über 100 Nm brauchst du für große Bohrungen und Holzbau.

Wie sich die Modelle beim Drehmoment unterscheiden, zeigt der Balkenvergleich im Akkuschrauber 18V Vergleich. Mehr zur Auswahl findest du in der Kaufberatung.